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Der im Juli 1964 in Wisconsin in den USA geborene Hellmuth ist der erfolgreichste Pokerspieler unserer Zeit.
1989 gewann Hellmuth erstmals den Main Event der WSOP im Headsup gegen Johnny Chan. Seitdem brachte er es auf bislang sage und schreibe elf WSOP- Bracelets. Seine Erfolge und enormen Fähigkeiten am Pokertisch sind anerkannt und absolut unbestritten. Über seine Persönlichkeit und seinen Charakter scheiden sich jedoch die Geister. Hellmuth ist bekannt für seine ständige Selbstbeweihräucherung und die Geringschätzung seiner Gegner.
Hellmuth hat selbst mehrfach betont, daß er sich für den besten Pokerspieler aller Zeiten hält. Auch stellte er fest, daß zweifellos immer er gewinnen würde, gäbe es nicht auch den Faktor Glück im Pokern. „If luck weren't involved, I guess I'd win every one.“ Phil Hellmuth jr. Scheidet er aus einem Turnier aus, ist dies für ihn stets völlig unfaßbar und ausschließlich dem Unvermögen und Glück seiner Gegner zuzuschreiben. Hellmuth ist für zahlreiche Ausfälle am Pokertisch bekannt. So beschimpfte er einen Amateur, der ihn mit einer ursprünglich schlechteren Hand besiegte, er könne das Wort „Poker“ nicht einmal buchstabieren ( „You can't even spell poker“, siehe Video). Allgemein gilt Hellmuth als äußerst schlechter Verlierer, zeigt sich oftmals zutiefst beleidigt und weint sich gerne über sein Pech vor laufenden Kameras aus. Bei der World Series of Poker Tournament Champions 2004 verließ er als Shortstack sogar - angeblich aus Verärgerung über das störende und dumme Gerede seiner Kontrahenten - den Tisch (siehe Video). Gleichwohl kehrte er wieder zurück um kurze Zeit später eliminiert zu werden. Im anschließenden Interview erörterte er in ausschweifenden Abhandlungen die Gründe für sein seiner Meinung nach völlig unberechtigtes Ausscheiden. Auch passiert es immer wieder mal, daß sobald sich Anhänger seiner Gegner während eines Turniers lautstark bemerkbar machen, Hellmuth die Turnierleitung zur Räumung des Saales auffordert oder nach einer verlorenen Hand Stühle und Spielchips durch die Gegend fliegen.
Hellmuth hat die enorme Publikumswirksamkeit seines zweifelhaften Benehmens erkannt und verkauft sich in den letzten Jahren zunehmend und äußerst erfolgreich als „Poker Brat“, womit er auch sein einem Eishockey-Trikot nachempfundenes Trikot beschriftet hat. Auf diesem Trikot befindet sich bezeichnenderweise die Nummer 99, die Rückennummer des als besten Eishockey-Spielers aller Zeiten geltenden Wayne Gretzky. Hellmuth erscheint fast immer verspätet zu einem Turnier. Eine Marotte, die inzwischen allgemein bekannt ist. Dies trieb er jüngst in einem Fernsehturnier auf die Spitze indem er eine aufreizend bekleidete Blondine vorausschickte und sie an seinem Platz einen Pappkameraden von sich aufstellen ließ. Kurze Zeit später erschien Hellmuth dann doch persönlich und man darf froh sein, daß sowohl Zuschauer als auch Mitspieler höflich lachten oder zumindest schmunzelten. Nicht auszudenken, was passiert wäre, hätte niemand über Phils Witz gelacht. Bei der WSOP 2007 erschien er ebenfalls stark verspätet zum Main Event weil er den von seinem Sponsor ultimatebet zur Verfügung gestellten Rennwagen kurzerhand zu Schrott fuhr. Obwohl Hellmuth dies bis heute vehement abstreitet, gilt es inzwischen als sicher, daß es sich bei dem Unfall um einen fingierten Gag fürs TV handelte. Hellmuth ist auch Autor verschiedener Publikationen in Form von Büchern und DVDs, die er üblicherweise als Pokerschule oder Pokerkurse verkauft. Jedoch beschränkt sich deren Inhalt in typisch hellmuth'scher Art zumeist überwiegend darauf, daß Hellmuth ausgiebig sich selbst und seine Erfolge feiert. Trotz seines umstrittenen Charakters muß man Hellmuth enorme Verdienste für den Pokersport zurechnen. Seine unglaublichen Erfolge sprechen für sich und sein Auftreten sorgt ständig für ungeheure Publicity in den Medien. Hervorzuheben ist auch, daß er sich immer wieder durchaus uneigennützig und gerne als Kommentator bei Turnieren zur Verfügung stellt und diese Aufgabe dann auch brilliant zu meistern pflegt. Darüberhinaus verfügt er über die möglicherweise sogar größte Fangemeinde im Pokern. Ein Vergleich mit dem FC Bayern München in der deutschen Fußball Bundesliga liegt sehr nahe: Meistgehasst und meistgeliebt zugleich. Phil Hellmuth auf YouTube: „You're still in my hand!“ Typisch Hellmuth: Von Tony G besiegt, verläßt der mit seinem Schicksal hadernde Hellmuth beleidigt den Tisch.
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