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Samstag, 19. April 2008 um 22:49

Der Veranstalter Bulletpoker will sich nicht mit der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Münster abfinden, Pokerturniere mit Startgebühr für illegal zu erklären.

Münster - Der Pokerturnier-Veranstalter Bulletpoker will gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Münster, Pokerturniere mit Startgebühr für illegal zu erklären, gerichtlich vorgehen. „Wir werden das Urteil anfechten“, kündigte gestern der Sprecher des Sendener Unternehmens, André Kramer, an. Dabei hofft Bulletpoker wegen zu erwartender hoher Anwalts- und Prozesskosten um Spenden von Poker-Freunden.

Unterdessen hat Bulletpoker seine Turniere in Münster eingestellt, nachdem Stadt und Polizei Sanktionen angedroht hatten. „Die hätten die Pool Hall treffen können, in deren Räumen unsere Turniere bislang stattfanden. Daß die Pool Hall im schlimmsten Fall ihre Konzession verliert, wollten wir natürlich nicht riskieren“, so Kramer. Bulletpoker wolle damit auch Bußgeldforderungen vermeiden.

Nach wie vor veranstaltet das Sendener Unternehmen allerdings in den Kreisen Coesfeld und Steinfurt Pokerturniere. Dort, so der Sprecher, seien solche Turniere nämlich weiterhin möglich. Derzeit gibt es laut Kramer lediglich drei Städte in der Bundesrepublik, in denen Pokerturniere mit Startgebühr von Gerichten als „illegal“ eingestuft worden seien: zwei Gemeinden in Hessen und Niedersachsen sowie Münster. Eine nicht nachvollziehbare Situation, so Kramer. Mit der Anfechtung solle nun für Klarheit gesorgt werden. „Es kann nicht angehen, daß diese Spielvariante kriminalisiert wird.“ Diese Spielvariante – damit meint er „Texas Hold’Em“. „Ein Strategiespiel, kein Glücksspiel“, unterstreicht Kramer, „genauso wie Skat und Doppelkopf, bei denen es sogar erlaubt ist, um Geld zu spielen.“

Bulletpoker hofft, daß das „möglichst schnell“ auch das münsterische Verwaltungsgericht so sehen wird. Bis es so weit ist, „sitzen in Münster 100 bis 120 Spieler erst einmal auf dem Trockenen“. Daß in Münster bis auf weiteres keine Turniere mehr angeboten werden, „bedeutet für uns spürbare Einbußen – und für die 18 bis 20 Kartenleger, vor allem Studenten, einen Verdienstausfall“.

Die Münster-Turniere demnächst zusätzlich in Coesfeld und Steinfurt stattfinden zu lassen, ist laut Kramer nur „die letzte Option“.

Quelle: Westfälische Nachrichten, Link zum Original-Artikel

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