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Rheinland-Pfalz verbietet Poker-Turniere PDF Drucken E-Mail
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Montag, 19. Mai 2008 um 18:09

Begründung: Jugendschutz - Andere Länder überlegen. Pokern ist in: Gezockt wird in Kneipen, Discos, Spielhallen und im Internet. Jetzt hat Rheinland-Pfalz das als erstes Bundesland grundsätzlich verboten. Begründung: Schutz der Jugend. Auch andere Länder denken über das öffentliche Pokerverbot nach.

Als erstes Bundesland hat Rheinland-Pfalz alle öffentlichen Pokerveranstaltungen grundsätzlich untersagt. Wie Innenminister Karl-Peter Bruch (SPD) am Montag in Mainz erklärte, gilt das Verbot für alle Pokerspiele in Kneipen oder Spielhallen, bei denen ein Entgelt für die Teilnahme notwendig ist. Verboten sind auch Pokerspiele im Internet, so weit der Internetprovider des Veranstalters seinen Sitz in Rheinland-Pfalz hat.
 
Ausnahme: Spielbanken

"Pokerspielen boomt", sagte Bruch: "Zu dem Kreis der Pokerbegeisterten gehören immer mehr auch Jugendliche und Heranwachsende." Es bestehe die Gefahr, dass Minderjährige über das Pokerspiel in die Spielsucht abglitten. Der Stopp von Pokerveranstaltungen solle zudem einer unkontrollierten Entwicklung des Glücksspielmarktes vorbeugen. Rheinland-Pfalz habe mit dem Verbot die Konsequenz aus dem zum Jahresbeginn in Kraft getretenen Glücksspiel-Staatsvertrag gezogen.
 
Dieser Staatsvertrag räumt der Prävention von Spielsucht einen hohen Stellenwert ein. Ausgenommen von dem Verbot seien lediglich die offiziell konzessionierten Spielbanken, sagte der Innenminister. Nach Angaben des Mainzer Innenministeriums wurden allein seit dem 1. April landesweit 13 Pokerveranstaltungen bei den zuständigen Behörden angemeldet. Zwölf Veranstaltungen seien mittlerweile verboten worden.
 
Strengere Regeln in Sachsen und Hessen


Auch das Bundesland Hessen prüft derzeit einen restriktiveren Umgang mit Pokerspielen. Wie Thorsten Neels vom Wiesbadener Innenministerium erklärte, müssen die kommunalen Ordnungsämter bei Pokerveranstaltungen in Hessen bislang erst einschreiten, wenn die Teilnahmegebühr 15 Euro überschreitet. Diese Handlungsempfehlung werde momentan überarbeitet.

Sachsen hat bereits im Februar eine restriktive Richtlinie für Pokerturniere erlassen. Danach sind Teilnahmegebühren oder Startgelder verboten, wie der Sprecher des Dresdner Innenministeriums, Steffen Große, mitteilte. Die Turnierpreise dürfen ausschließlich von Sponsoren zur Verfügung gestellt werden und einen Sachwert von 150 Euro nicht überschreiten. Zudem müssen die Spieler mindestens 18 Jahre alt sein.

Pokern erlebt derzeit eine bislang unbekannte Blüte. Der Boom des traditionell in den USA beliebten Kartenspiels wurde vor allem durch Fernsehsendungen und Filme wie den James-Bond-Streifen "Casino Royale" angefacht.

Quelle: zdf heute, Link zum Original-Artikel

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